{"id":9688,"date":"2026-09-04T05:57:00","date_gmt":"2026-09-04T05:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marclepetit.com\/?p=9688"},"modified":"2026-09-04T05:57:00","modified_gmt":"2026-09-04T05:57:00","slug":"erst-verstehen-dann-streiten-ueber-medien-wahlkampf-und-die-vielleicht-wichtigste-aufgabe-die-medien-gerade-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/erst-verstehen-dann-streiten-ueber-medien-wahlkampf-und-die-vielleicht-wichtigste-aufgabe-die-medien-gerade-vergessen\/","title":{"rendered":"Erst verstehen. Dann streiten. \u00dcber Medien, Wahlkampf und die vielleicht wichtigste Aufgabe, die Medien gerade vergessen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe diese Woche 44 Minuten lang ein Video \u00fcber die AfD gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klingt zun\u00e4chst nicht besonders bemerkenswert und ist ehrlicherweise auch nicht ganz richtig. Zum einen, weil ich tagt\u00e4glich viele Videos sehe und zum anderen, weil es zwar um die AfD ging &#8211; aber anders, als am Anfang gedacht. In Deutschland wird gerade sehr viel \u00fcber die AfD gesprochen. Und mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an diesem Sonntag wird es naturgem\u00e4\u00df noch einmal mehr. Bemerkenswert fand ich etwas anderes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach diesen 44 Minuten hatte ich nicht das Gef\u00fchl, dass mir jemand erkl\u00e4rt hatte, warum die AfD gut oder b\u00f6se ist. Ich hatte das Gef\u00fchl, etwas anderes besser verstanden zu haben. Und dass ich etwas tun muss: <strong>Nutzen wir unsere Reichweite nicht nur, um \u00fcber Menschen zu urteilen \u2013 nutzen wir sie, um auf sie zuzugehen<\/strong>!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Video hei\u00dft <strong>\u201eWas passiert, wenn die AfD regiert?\u201c<\/strong> und stammt von Simplicissimus. Es wurde am 2. September ver\u00f6ffentlicht und hatte innerhalb eines Tages bereits mehr als eine Million Aufrufe.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/youtu.be\/N2b1y9GAF48?si=nQ2jQg47izG6-z5V\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1781\" height=\"1113\" src=\"https:\/\/marclepetit.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bildschirmfoto-2026-09-04-um-00.00.41-edited.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9690\" style=\"aspect-ratio:1.6002174208452236;width:561px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/marclepetit.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bildschirmfoto-2026-09-04-um-00.00.41-edited.png 1781w, https:\/\/marclepetit.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bildschirmfoto-2026-09-04-um-00.00.41-edited-300x187.png 300w, https:\/\/marclepetit.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bildschirmfoto-2026-09-04-um-00.00.41-edited-1024x640.png 1024w, https:\/\/marclepetit.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bildschirmfoto-2026-09-04-um-00.00.41-edited-768x480.png 768w, https:\/\/marclepetit.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bildschirmfoto-2026-09-04-um-00.00.41-edited-1536x960.png 1536w, https:\/\/marclepetit.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bildschirmfoto-2026-09-04-um-00.00.41-edited-18x12.png 18w, https:\/\/marclepetit.com\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bildschirmfoto-2026-09-04-um-00.00.41-edited-421x263.png 421w\" sizes=\"auto, (max-width: 1781px) 100vw, 1781px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Simplicissimus nicht kennt: Dahinter stehen die beiden Gr\u00fcnder Jonas und David und inzwischen eine ziemlich gro\u00dfe professionelle Redaktion und Produktion. Angefangen haben sie 2015 w\u00e4hrend ihres Studiums. Von 2019 bis 2022 geh\u00f6rte Simplicissimus zum \u00f6ffentlich-rechtlichen funk-Netzwerk, danach gingen die Macher wieder in die Eigenst\u00e4ndigkeit. Heute geh\u00f6rt der Kanal zu den reichweitenst\u00e4rksten deutschsprachigen Angeboten f\u00fcr politische und gesellschaftliche Videoessays. Mehr als 2,4 Millionen Menschen haben ihn abonniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ich fand dieses Video bemerkenswert unaufgeregt. Nat\u00fcrlich hat es einen Anlass. In Sachsen-Anhalt k\u00f6nnte die AfD erstmals st\u00e4rkste Kraft bei einer Landtagswahl werden. Der Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Video untersucht deshalb eine sehr konkrete Frage: Was w\u00fcrde eigentlich passieren, wenn diese Partei tats\u00e4chlich regiert? Nicht: Wie verhindern wir das? <strong>Nicht: Wie schlimm w\u00e4re das? Sondern erst einmal: Was kann eine Landesregierung eigentlich?<\/strong> Was kann sie nicht? Welche Institutionen kann sie ver\u00e4ndern? Wo setzt das Grundgesetz Grenzen? Was passiert mit Polizei, Bildung, Medien, Kultur und Verwaltung? Welche Rolle spielt der Verfassungsschutz? Und wie widerstandsf\u00e4hig sind unsere Institutionen eigentlich, wenn eine Partei sie nicht nur verwalten, sondern nach ihren eigenen politischen Vorstellungen umbauen m\u00f6chte?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist dieser Mechanismus zun\u00e4chst vollkommen normal. Parteien treten zu Wahlen an, weil sie gestalten wollen. Wer die Regierung \u00fcbernimmt, besetzt Ministerien, ver\u00e4ndert politische Priorit\u00e4ten, verteilt Budgets anders, macht Personalpolitik und versucht, seine Vorstellungen durchzusetzen. Genau daf\u00fcr w\u00e4hlen wir Parteien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist dieser Mechanismus zun\u00e4chst vollkommen normal. Parteien treten zu Wahlen an, weil sie gestalten wollen. Wer die Regierung \u00fcbernimmt, besetzt Ministerien, ver\u00e4ndert politische Priorit\u00e4ten, verteilt Budgets anders, macht Personalpolitik und versucht, seine Vorstellungen durchzusetzen. Genau daf\u00fcr w\u00e4hlen wir Parteien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage ist also nicht, ob eine AfD-Regierung versuchen w\u00fcrde, Sachsen-Anhalt nach ihren Vorstellungen zu ver\u00e4ndern. Selbstverst\u00e4ndlich w\u00fcrde sie das. Jede Regierung tut das.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Frage lautet: Was passiert, wenn politische Gestaltung an Institutionen heranreicht, deren Aufgabe gerade darin besteht, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu sch\u00fctzen? Und genau da wurde das Video f\u00fcr mich interessant.  Weil es erkl\u00e4rt. Es liefert ein Koordinatensystem. Es gibt mir ein Verst\u00e4ndnis in vielen Bereichen von etwas \u2013 und entweder kann ich innerlich einen Haken dran setzen und f\u00fchle mich best\u00e4tigt. Oder ich entdecke etwas, was ich vorher so nicht wusste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann habe ich mich \u00fcber meine eigene Branche ge\u00e4rgert. Warum k\u00f6nnen wir das nicht viel \u00f6fter? Wann haben wir eigentlich aufgeh\u00f6rt, Erkl\u00e4ren f\u00fcr eine journalistische Leistung zu halten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist diese Frage unfair. Immerhin clickbaiten die Jungs hier auch auf dem Titelbild: &#8222;Es beginnt&#8220; und das AFD-blau, dass wie schlechtes Blut ein &#8222;Herz&#8220; durchstr\u00f6mt. Das ist jetzt auch nicht gut und h\u00e4tte man mit ein bisschen Nachdenken auch anders machen m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nat\u00fcrlich erkl\u00e4ren auch &#8222;wir&#8220; Medien. Wir haben hervorragende Journalistinnen und Journalisten, gro\u00dfartige Korrespondenten, ProduzentInnen, investigative Redaktionen, Datenjournalismus, Podcasts und politische Magazine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wir haben gleichzeitig ein Mediensystem gebaut, in dem etwas anderes immer wichtiger geworden ist: <strong>Aufmerksamkeit<\/strong>. Wer ist zuerst? Wer hat die Eilmeldung? Wer hat das st\u00e4rkere Zitat? Wer greift wen an? Wer zerlegt wen? Wer fordert wessen R\u00fccktritt? Wer hat gewonnen? Wer hat verloren? Wer liegt in der neuen Umfrage vorne? Und irgendwann weit darunter kommt eine erstaunlich banale Frage: Worum geht es eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das w\u00e4re kein gro\u00dfes Problem, wenn wir alle dieselben Voraussetzungen h\u00e4tten. Haben wir aber nicht. Kein Mensch kann gleichzeitig Experte f\u00fcr Migration, Rentenrecht, Bundeshaushalt, Pflegeversicherung, Verteidigung, Klimapolitik, Ukraine, Nahost, Energiepreise, Kommunalfinanzen und europ\u00e4isches Recht sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin seit 30 Jahren beruflich in Medien unterwegs und muss mir st\u00e4ndig Dinge erkl\u00e4ren lassen, von denen andere offenbar voraussetzen, dass man sie wissen m\u00fcsste. Das ist keine Bildungsl\u00fccke. Das ist Leben. Und genau deshalb haben wir Journalismus. Politische Bildung. Kommunikation. Deren Aufgabe besteht nicht darin, die Welt einfacher zu machen. <strong>Die Aufgabe besteht darin, eine komplizierte Welt so zu erkl\u00e4ren, dass Menschen selbst \u00fcber sie urteilen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht haben wir das untersch\u00e4tzt. Denn gleichzeitig ist etwas anderes passiert. Nachrichten sind ein Produkt der Aufmerksamkeits\u00f6konomie geworden. Eine \u00dcberschrift konkurriert nicht mehr nur mit der \u00dcberschrift einer anderen Zeitung. Sie konkurriert auf meinem Smartphone mit TikTok, Instagram, WhatsApp, Fu\u00dfball, Katzenvideos, Freunden, Werbung, Netflix und allem anderen, was mich gerade lieber nicht \u00fcber die Pflegeversicherung nachdenken lassen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zahlen st\u00fctzen das. Der Reuters Institute Digital News Report 2026 zeigt, wie verschieden die Wege zu Nachrichten inzwischen sind. 67 Prozent der erwachsenen Online-Bev\u00f6lkerung in Deutschland nutzen mindestens einmal pro Woche Nachrichten im Internet, 36 Prozent kommen \u00fcber soziale Medien mit ihnen in Kontakt. Bei den 18- bis 24-J\u00e4hrigen sind es 60 Prozent; f\u00fcr 17 Prozent dieser Altersgruppe sind soziale Medien sogar der einzige Kontaktweg zu Nachrichten. Gleichzeitig sehen 59 Prozent aller Befragten regelm\u00e4\u00dfig Nachrichten im linearen Fernsehen, unter den 18- bis 24-J\u00e4hrigen aber nur 32 Prozent. Eine ganze Generation ist damit nicht f\u00fcr Journalismus verloren. Aber dieselbe politische Wirklichkeit erreicht uns heute durch unterschiedliche Zug\u00e4nge, Auswahlmechanismen und Absender.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich ver\u00e4ndert das Journalismus. Eine \u00dcberschrift wie \u201eRentensystem vor dem Kollaps\u201c funktioniert in diesem System vermutlich besser als: \u201eWarum unser Rentensystem unter Druck steht und welche unterschiedlichen M\u00f6glichkeiten es gibt, darauf zu reagieren.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erste erzeugt ein Gef\u00fchl. Das zweite erzeugt Wissen. Beides kann Journalismus sein. Aber es ist nicht dasselbe. Und vielleicht liegt genau dort ein Teil unseres Problems. Denn wo Wissen fehlt, entsteht Platz. Und diesen Platz f\u00fcllt jemand. Wenn wir Migration nicht verst\u00e4ndlich erkl\u00e4ren, erkl\u00e4rt sie jemand auf TikTok. Wenn wir den Bundeshaushalt nicht erkl\u00e4ren, erkl\u00e4rt ihn ein Politiker in 30 Sekunden. Wenn wir nicht erkl\u00e4ren, was eine Landesregierung mit dem Verfassungsschutz machen kann und was nicht, erkl\u00e4rt es jemand, der vielleicht ein Interesse daran hat, nur die H\u00e4lfte der Geschichte zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die einfachste Erkl\u00e4rung gewinnt dann m\u00f6glicherweise nicht, weil Menschen dumm sind. Sondern weil wir die verst\u00e4ndliche Erkl\u00e4rung vorher nicht geliefert haben. Wie gesagt &#8211; Simplicissimus ist hier am Anfang kein Deut besser &#8211; erst mal einen &#8222;Raushauen&#8220;. Und damit werden sie auch Menschen abschrecken, die \u00fcberlegen, die AFD zu w\u00e4hlen oder sich gar schon entschieden haben. Denn die wollen nicht so negativ assoziiert angesprochen werden!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und selbst wer Nachrichten grunds\u00e4tzlich wichtig findet, h\u00e4lt diese Daueransprache nicht immer aus. Im Reuters Institute Digital News Report 2026 sagen 72 Prozent, dass sie Nachrichten zumindest gelegentlich aktiv vermeiden; zugleich nutzen 90 Prozent mehrmals pro Woche Nachrichten. Viele steigen also nicht vollst\u00e4ndig aus. Sie lassen bestimmte Themen oder Zeiten aus, weil Krisenberichterstattung sie ersch\u00f6pft oder die Stimmung belastet. Das allgemeine Nachrichtenvertrauen bleibt mit 46 Prozent stabil, w\u00e4hrend Nachrichten in sozialen Medien nur 13 Prozent vertrauen und knapp die H\u00e4lfte Sorge hat, online Fakten und Falschmeldungen nicht auseinanderhalten zu k\u00f6nnen. Wir beziehen mehr Informationen \u00fcber R\u00e4ume, denen wir selbst kaum vertrauen, und gehen auf Abstand, wenn uns die Nachrichten \u00fcberfordern. Genau in diesem widerspr\u00fcchlichen Raum w\u00e4chst der Zweifel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und irgendwann steht ein Wort im Raum: <strong>L\u00fcgenpresse<\/strong>. Ich mag diesen Begriff nicht. Er ist historisch belastet und wird als politischer Kampfbegriff benutzt, um Journalismus grunds\u00e4tzlich zu delegitimieren. Aber vielleicht haben wir es uns manchmal etwas zu einfach gemacht, darauf nur emp\u00f6rt zu reagieren. Denn was meint jemand eigentlich, wenn er sagt: \u201eIch glaube den Medien nicht mehr\u201c? Meint er wirklich immer: \u201eIhr l\u00fcgt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder meint er manchmal: \u201eMeine Wirklichkeit kommt bei euch nicht vor. Ihr redet \u00fcber Menschen wie mich, aber selten mit uns. Ihr habt eure G\u00e4ste, eure Experten, eure Hauptstadtstudios und eure Panels \u2013 und ich erkenne mein Leben darin nicht wieder. Ihr sagt mir, dass meine Wahrnehmung falsch ist, bevor ihr mich gefragt habt, warum ich sie habe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage ist nicht nur rhetorisch. Die Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen kommt f\u00fcr 2024 nicht zu dem Ergebnis, dass Deutschland fl\u00e4chendeckend das Vertrauen in Journalismus verloren h\u00e4tte: 47 Prozent vertrauen den Medien bei wichtigen Dingen, 20 Prozent misstrauen ihnen. Gleichzeitig sehen 34 Prozent eine Diskrepanz zwischen den gesellschaftlichen Zust\u00e4nden, die sie selbst erleben, und ihrer Darstellung in den Medien. Und der Medienzynismus w\u00e4chst: Jeder F\u00fcnfte stimmt inzwischen der Aussage zu, die Bev\u00f6lkerung werde von den Medien systematisch belogen; zwei Jahre zuvor waren es 14 Prozent. Ebenfalls 20 Prozent meinen, Medien untergr\u00fcben die Meinungsfreiheit. Das ist keine Mehrheitsmeinung. Aber es ist zu viel, um es nur als Problem der anderen abzutun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht m\u00fcssen wir da von unseren R\u00f6ssern runter und mit Menschen reden. Nicht nur mit denen, die wir verstehen, sondern gerade mit denen, die wir nicht verstehen. Und die uns nicht verstehen! Mit dem AfD-W\u00e4hler. Mit der Gr\u00fcnen-W\u00e4hlerin. Mit dem Unternehmer. Mit der Pflegekraft. Mit dem Rentner. Mit der Studentin. Mit dem Menschen mit Migrationsgeschichte. Mit dem, der seit zwanzig Jahren nicht mehr w\u00e4hlen geht. Nicht als m\u00f6glichst pittoreske ProtagonistInnen f\u00fcr einen bereits fertig gedachten Beitrag. Sondern weil wir wirklich wissen wollen, was sie erleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer, der genau dort hingeht, ist <strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@vollmarcant\">Marcant<\/a><\/strong> aus Frankfurt. Der Jura-Student besucht seit Anfang 2025 AfD-Veranstaltungen, rechtsextreme Demonstrationen und auch Treffen offen neonazistischer Gruppen. Er fragt die Menschen nicht nur, was sie glauben, sondern wie sie zu diesem Glauben gekommen sind: Welche Quelle steckt hinter einer Behauptung? Was w\u00fcrde eine Forderung konkret bedeuten? Gilt der eigene Ma\u00dfstab auch dann noch, wenn man die Perspektive wechselt? H\u00e4ufig werden dabei Widerspr\u00fcche sichtbar, ohne dass er sie schon in der ersten Sekunde ausrufen muss. Erst fragt er, dann pr\u00fcft und ordnet er das Material f\u00fcr seine Videos ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Marcant ist dabei ausdr\u00fccklich kein neutraler Journalist.<\/strong> Er ist ein politischer Aktivist mit einer klaren antifaschistischen Haltung, seine Beitr\u00e4ge sind ausgew\u00e4hlt und geschnitten, und er will rechtsextremen Erz\u00e4hlungen etwas entgegensetzen. Ebenso naiv w\u00e4re die Behauptung, Rechtsextremismus entstehe blo\u00df aus einer Informationsl\u00fccke und verschwinde, sobald jemand geduldig genug erkl\u00e4rt. Ideologie, Ressentiment, Zugeh\u00f6rigkeit und Machtinteressen lassen sich nicht wegmoderieren. Aber seine Methode enth\u00e4lt etwas, das wir Medienmenschen uns genauer ansehen sollten: hingehen, zuh\u00f6ren, nach Informationsquellen und Denkwegen fragen, Widerspr\u00fcche sichtbar machen und erst dann einordnen. Zu oft betrachten wir solche Menschen wie einen Autounfall: fasziniert, erschrocken und mit einem schnellen Urteil, aber ohne uns zu fragen, an welcher Stelle Medien, Schule, Politik oder Staat sie mit ihren Fragen allein gelassen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Marcant 2026 f\u00fcr dieses Engagement die Theodor-Heuss-Medaille erhielt, macht ihn nicht automatisch zum Vorbild f\u00fcr Journalismus. Und die rund 500 Menschen, die ihm laut einem ZDF-Bericht geschrieben haben, sie h\u00e4tten auch wegen seiner Videos mit der rechtsextremen Szene gebrochen, sind Selbstausk\u00fcnfte und kein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis. Trotzdem zeigen sie, dass Gespr\u00e4ch, Gegenrede und verst\u00e4ndliche Einordnung Menschen erreichen k\u00f6nnen, die klassische Medien mit ihren Formaten wom\u00f6glich l\u00e4ngst nicht mehr erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das bedeutet ausdr\u00fccklich nicht, dass Journalismus jede Position best\u00e4tigen muss.<\/strong> Im Gegenteil. Wenn eine Behauptung falsch ist, ist sie falsch. Wenn jemand l\u00fcgt, muss man es sagen. Wenn demokratische Institutionen angegriffen werden, muss Journalismus das benennen. Fairness bedeutet nicht \u00c4quidistanz zur Wahrheit. Aber ein Mensch sollte nach einem journalistischen Beitrag zumindest sagen k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die haben verstanden, warum ich das denke. Sie haben meine Position korrekt wiedergegeben. Sie haben \u00fcberpr\u00fcft, was daran stimmt. Und wenn sie mir widersprechen, verstehe ich wenigstens warum. Vielleicht ist genau dieses Gef\u00fchl verloren gegangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht bei allen. Nicht \u00fcberall. Aber bei zu vielen. Und das k\u00f6nnen wir nicht ausschlie\u00dflich den Menschen vorwerfen. Wir tragen Verantwortung daf\u00fcr. Mit \u201ewir\u201c meine ich inzwischen \u00fcbrigens sehr viele. Journalisten. Sender. Verlage. Produzenten. YouTuber. Podcaster. Creator. Plattformen. Politiker. Und irgendwann auch uns selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn wir sind l\u00e4ngst nicht mehr nur Mediennutzer. <strong>Mit jedem Share werden wir ein kleines bisschen zum Sender.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fcher gab es zwischen einer politischen Behauptung und einer Million Menschen normalerweise eine Redaktion. Heute kann dazwischen ein Share-Button liegen. Damit ver\u00e4ndert sich auch die Verantwortung: f\u00fcr den, der sendet, f\u00fcr die Plattform, die ausw\u00e4hlt, und f\u00fcr uns, wenn wir weiterleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber f\u00fchrt wachsendes Misstrauen tats\u00e4chlich dazu, dass Menschen in andere \u201eNews\u201c-Quellen wechseln? Ein St\u00fcck weit ja, nur nicht als gro\u00dfe V\u00f6lkerwanderung. Der Info-Monitor 2025 der Medienanstalten unterscheidet zwischen \u00dcberzeugten, Kritischen, Skeptischen und Ablehnenden. 26 Prozent geh\u00f6ren zur skeptischen, sieben Prozent zur ablehnenden Gruppe. Beide nutzen h\u00e4ufiger Suchmaschinen, soziale Netzwerke und sogenannte alternative Medien als Menschen, die etablierten Medien vertrauen. Das ist ein Zusammenhang, noch kein Beweis f\u00fcr eine einfache Kausalkette. Misstrauen kann Menschen zu anderen Quellen treiben; diese Quellen k\u00f6nnen das Misstrauen anschlie\u00dfend weiter verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reichweite solcher Angebote wird zugleich leicht \u00fcbersch\u00e4tzt. Der MoTra-Monitor 2024\/25 fasst 27 Studien zusammen: Zwischen sieben und 17 Prozent der Deutschen kommen zumindest gelegentlich mit politischen Alternativmedien in Kontakt; w\u00f6chentlich tun das zwei bis vier Prozent. Die eigenen Langzeitdaten des Monitors zeigen von 2021 bis 2025 keinen generellen Zuwachs bei rechtsau\u00dfen angesiedelten Alternativmedien. Auff\u00e4llig ist etwas anderes. Die Nutzung konzentriert sich auf eine kleinere, daf\u00fcr engagiertere Gruppe. Aus einem Massenpublikum wird also nicht automatisch eine Gegen\u00f6ffentlichkeit. Aber eine relativ kleine Gemeinschaft kann sehr pr\u00e4sent sein, wenn sie Inhalte dauernd teilt, kommentiert und in immer neue Kan\u00e4le tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So entsteht eine Subkultur nicht nur durch andere Fakten, sondern durch ein anderes Verh\u00e4ltnis zum Rest der \u00d6ffentlichkeit. Eine DFG-gef\u00f6rderte qualitative Langzeitstudie der Universit\u00e4ten Bremen und Mannheim zeigt, dass Nutzerinnen und Nutzer alternative Medien h\u00e4ufig bewusst als Gegenentwurf zu einer vermeintlich einheitlichen \u201eMainstream\u201c-\u00d6ffentlichkeit verstehen. Das Angebot lautet dann nicht blo\u00df: Hier ist eine weitere Nachricht. Es lautet: Wir zeigen dir, was die anderen verschweigen. Wer sich darauf einl\u00e4sst, bekommt Information, aber auch Zugeh\u00f6rigkeit, gemeinsame Gegner und das Gef\u00fchl, hinter die Kulissen zu sehen. Polemik ist in diesem System kein Unfall. Sie kann das Bindemittel sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gelenkt wird das nicht von einem einzigen geheimen Aggregator. Ein gro\u00dfer Teil der politischen Information in sozialen Medien wird nebenbei aufgenommen, nicht gezielt gesucht. Empfehlungssysteme lernen aus Sehdauer, Likes, Kommentaren, geteilten Beitr\u00e4gen und den Kontakten eines Accounts. Inhalte, die emp\u00f6ren oder eine klare Freund-Feind-Geschichte anbieten, haben daf\u00fcr gute Voraussetzungen. Eine Studie der Landesanstalt f\u00fcr Medien NRW zu 1.000 Beitr\u00e4gen politischer Influencer im Bundestagswahlkampf 2025 fand bei 59 Prozent keine klare Trennung von Meinung und Information; Emotionalisierung, Zuspitzung und Feindbilder geh\u00f6rten h\u00e4ufig zum Muster. Das Institute for Strategic Dialogue beobachtete in einem begrenzten TikTok-Test zur Bundestagswahl zudem, dass AfD-Fanseiten unter den ersten ausgespielten politischen Videos \u00fcberproportional vertreten waren. Das beweist keine fl\u00e4chendeckende Manipulation aller Feeds. Es zeigt aber, warum wir mehr Einblick in Empfehlungssysteme brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was kann man dagegen tun? Faktenchecks bleiben n\u00f6tig, reichen aber am Ende der Kette oft nicht aus. J<strong>ournalismus muss fr\u00fcher ansetzen: erkl\u00e4ren, wie eine Nachricht entsteht, Unsicherheit offenlegen, Lebenswirklichkeiten abbilden und dort ansprechbar sein, wo Misstrauen w\u00e4chst. <\/strong>Schulen und politische Bildung sollten weniger einzelne \u201erichtige\u201c Quellen auswendig lernen lassen und st\u00e4rker \u00fcben, eine Behauptung bis zur Originalquelle zur\u00fcckzuverfolgen, Gegenbelege zu suchen und zwischen Nachricht, Meinung und Kampagne zu unterscheiden. Die Plattformen wiederum m\u00fcssen offenlegen, warum Inhalte empfohlen werden, politische Werbung und ihre Geldgeber nachvollziehbar machen, Forschenden Zugang gew\u00e4hren und eine nicht personalisierte Auswahl leicht erreichbar anbieten. Genau daf\u00fcr schafft der europ\u00e4ische Digital Services Act erste Pflichten. Und demokratische Stimmen m\u00fcssen in denselben R\u00e4umen vorkommen. Nicht als Kopie der Polemik, aber verst\u00e4ndlich, beharrlich und bereit zum Gespr\u00e4ch. Marcant ist daf\u00fcr kein fertiges Rezept. Er zeigt nur, dass man eine \u00d6ffentlichkeit nicht zur\u00fcckgewinnt, indem man sie von au\u00dfen verachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und vielleicht m\u00fcssen wir deshalb auch noch einmal dar\u00fcber nachdenken, was \u00f6ffentlich-rechtlich eigentlich bedeuten k\u00f6nnte. Nicht institutionell. Ich meine als Idee. <strong>Warum gibt es vor einer Wahl nicht einen gemeinsamen Raum, in dem wir erst einmal erkl\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir Migration. Und die &#8211; aus meiner pers\u00f6nlichen Sicht &#8211; Unart, in die die Diskussionen oft gelenkt werden. Wie kann ein eigentlich neutrales Wort so missverst\u00e4ndlich und vielf\u00e4ltig genutzt und ver\u00e4ndert werden, dass es pl\u00f6tzlich wertender Bestandteil unserer Sprache wird?Bevor zwei Politiker aufeinander losgelassen werden, k\u00f6nnten wir f\u00fcnf Minuten lang erkl\u00e4ren: Wor\u00fcber reden wir eigentlich? Wo scheint ein Problem zu liegen \u2013 und wo wird ein Problem benannt, was faktisch vielleicht gar keins ist? \u00dcber wie viele Menschen reden wir? Und was unterscheidet sie und macht sie so auff\u00e4llig in der Diskussion? Was bedeutet Asyl? Was ist Arbeitsmigration? Was ist EU-Freiz\u00fcgigkeit? Was ist Familiennachzug? Was davon wird in der politischen Diskussion gerade miteinander vermischt? Welche Entscheidungen kann eine Bundesregierung treffen? Welche nicht? Was kostet etwas? Welche Einnahmen stehen dagegen? Welche Zahlen kennen wir? Und welche eben nicht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach d\u00fcrfen sich Politiker leidenschaftlich dar\u00fcber streiten, was sie ver\u00e4ndern wollen. Aber wir Zuschauer h\u00e4tten vorher etwas bekommen. Ein Koordinatensystem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder nehmen wir Steuern. Nicht zuerst: \u201eX wirft Y Steuerl\u00fcge vor.\u201c Zeigt mir drei Menschen. 30.000 Euro Einkommen. 60.000 Euro. 120.000 Euro. Und jetzt zeigt mir, was die jeweiligen Vorschl\u00e4ge f\u00fcr diese drei Menschen bedeuten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach kann ich selbst entscheiden, welchen Vorschlag ich gerechter finde. Das w\u00e4re f\u00fcr mich politische Bildung, ohne dass Medien zu Lehrern werden. <strong>Denn eigentlich besteht die Aufgabe von Medien in einer Demokratie gar nicht darin, Menschen zu sagen, was sie denken sollen. Die Aufgabe besteht darin, ihnen einen Teil der Arbeit abzunehmen, die notwendig ist, damit sie selbst denken k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dazu geh\u00f6rt noch etwas. <strong>Begegnung<\/strong>. Unsere Gesellschaft findet immer weniger in einem gemeinsamen medialen Raum statt. Wir haben unsere Feeds. Unsere Gruppen. Unsere Podcasts. Unsere Creator. Unsere Zeitungen. Unsere Wahrheiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vielleicht besteht eine der wichtigsten zuk\u00fcnftigen Aufgaben gro\u00dfer Medien deshalb darin, diesen gemeinsamen Raum wieder herzustellen. <\/strong>Einen Ort, an dem Menschen jedweder Art, Herkunft und Hintergrund, die vollkommen unterschiedlich denken, wenigstens f\u00fcr eine Weile dieselbe Wirklichkeit betrachten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht damit sie anschlie\u00dfend derselben Meinung sind. Das w\u00e4re keine Demokratie. Demokratie ist das Verfahren, mit dem Menschen, die sich fundamental widersprechen, trotzdem zusammenleben. Aber daf\u00fcr m\u00fcssen sie miteinander reden k\u00f6nnen. Und daf\u00fcr m\u00fcssen sie sich wenigstens darauf einigen k\u00f6nnen, wor\u00fcber sie eigentlich streiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht hat mich deshalb dieses Simplicissimus-Video so besch\u00e4ftigt. Nicht weil es mir erkl\u00e4rt hat, dass die AfD gut oder b\u00f6se ist. Sondern weil es eine Frage gestellt hat, die eigentlich vor jeder parteipolitischen Diskussion stehen m\u00fcsste:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist dieses Deutschland eigentlich, das wir am Sonntag mit unserer Stimme ver\u00e4ndern wollen? Wie funktioniert es? Was sch\u00fctzt unsere Demokratie? Was kann eine Regierung ver\u00e4ndern? Was darf sie ver\u00e4ndern? Und wo haben wir entschieden, dass sie es nicht darf? Das Grundgesetz ist schlie\u00dflich kein abstraktes Dokument, das irgendwo in Karlsruhe bewacht wird. Es ist die Spielregel, nach der wir miteinander streiten k\u00f6nnen, ohne dass einer irgendwann entscheidet, dass nur noch seine Mannschaft mitspielen darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vielleicht sollten Medien diese Spielregeln h\u00e4ufiger erkl\u00e4ren. Und danach alle aufs Spielfeld lassen. Nicht nur diejenigen, deren Meinung uns gef\u00e4llt. Erst verstehen. Dann streiten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich keine besonders revolution\u00e4re Idee.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber vielleicht w\u00e4re es vor einer Wahl schon ein ziemlich guter Anfang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen (Stand: September 2026)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reuters Institute Digital News Report 2026 \u2013 Ergebnisse f\u00fcr Deutschland, Leibniz-Institut f\u00fcr Medienforschung | Hans-Bredow-Institut: https:\/\/leibniz-hbi.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/AP83_DNR26_Deutschland.pdf&nbsp; |&nbsp; Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen 2024, Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz \/ Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf: https:\/\/medienvertrauen.uni-mainz.de\/files\/2025\/05\/Langzeitstudie-MV-2024.pdf&nbsp; |&nbsp; Info-Monitor 2025, die medienanstalten: https:\/\/www.die-medienanstalten.de\/fileadmin\/user_upload\/die_medienanstalten\/Forschung\/Info-Monitor\/Info-Monitor_2025.pdf&nbsp; |&nbsp; MoTra-Monitor 2024\/25, Abschnitt politische Alternativmedien: https:\/\/www.jura.uni-hamburg.de\/media\/die-fakultaet\/aktuelles\/motra-monitor-2024-25-buch-kemmesies-et-al-2026.pdf&nbsp; |&nbsp; Sch\u00f6ppl\/Schwarzenegger, \u201eGegen\u00f6ffentlichkeit als Gef\u00fchl?\u201c, Publizistik 2025: https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11616-025-00872-z&nbsp; |&nbsp; Landesanstalt f\u00fcr Medien NRW, \u201ePolitical Influencer zwischen Journalismus und Algorithmus\u201c, 2025: https:\/\/www.medienanstalt-nrw.de\/fileadmin\/user_upload\/Forschung\/Sonstiges\/2025_LFM-NRW_Studienbericht_Political_Influencing.pdf&nbsp; |&nbsp; Institute for Strategic Dialogue, TikTok-Empfehlungssysteme vor der Bundestagswahl 2025: https:\/\/www.isdglobal.org\/digital-dispatch\/towards-transparent-recommender-systems-lessons-from-tiktok-research-ahead-of-the-2025-german-federal-election\/&nbsp; |&nbsp; Europ\u00e4ische Kommission, Digital Services Act und Empfehlungssysteme: https:\/\/germany.representation.ec.europa.eu\/digital-services-act-dsa-eu-regeln-fur-digitale-plattformen-schutz-der-meinungsfreiheit-und-von_de&nbsp; |&nbsp; Tagesspiegel, \u201eMit Nazis spricht man nicht \u2013 oder doch?\u201c, 23.01.2026: https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/mit-nazis-spricht-man-nicht&#8211;oder-doch-dieser-youtuber-zeigt-was-es-bringen-kann-15163037.html&nbsp; |&nbsp; ZDF, \u201eMarcant \u2013 Content gegen Rechts\u201c, 05.07.2026: https:\/\/www.zdf.de\/video\/reportagen\/37-grad-leben-102\/marcant&#8211;auf-tiktok-gegen-rechts-102&nbsp; |&nbsp; Theodor-Heuss-Stiftung, Preistr\u00e4ger und Medaillentr\u00e4ger 2026: https:\/\/www.theodor-heuss-stiftung.de\/der-preis\/<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe diese Woche 44 Minuten lang ein Video \u00fcber die AfD gesehen. Das klingt zun\u00e4chst nicht besonders bemerkenswert und ist ehrlicherweise auch nicht ganz &hellip;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[48],"tags":[],"class_list":["post-9688","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-perspektive"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9688"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9688\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9691,"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9688\/revisions\/9691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marclepetit.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}