Posted on: November 1, 2020 Posted by: marcadmin Comments: 0

Und wieder sitzt man in seinen eigenen vier Wänden.

Mittlerweile renoviert. Durchsortiert. Durchstrukturiert. Weil man ja schon bei der „ersten Welle“ das Gefühl hatte, dass JETZT der Augenblick ist. Hat man also erledigt. Wie alle da draussen. Gut, man kann im Augenblick noch in Möbelhäuser – aber auch das Thema ist durch.

Was also in diesen tristen, einsamen Momenten nun tun?

Vielleicht endlich mal Blog schreiben. Ein klein bisschen „Meinungsmache“. Oder einfach nur hinschauen…

Was hab ich im ersten Lockdown getrieben?

Ich war tatsächlich weitestgehend mit Manolo alleine zu Hause. Aber langweilig war es nicht. Schon nach wenigen Tagen beschlossen Natalia Wörner – wir hatten uns vorher noch nie persönlich getroffen und haben uns auch erst im Mai das erste Mal persönlich gesehen – und ich, dass wir etwas tun wollen. Helfen. Irgendwie. Wir beschlossen, dass wir gerne Frauen, die – in dieser Zeit – häusliche Gewalt erleben, helfen wollen.

Mein alter Freund Tom Daske war sofort angetan. Er aktivierte seine Agentur DIE BOTSCHAFT und erfand und kreierte den Gedanken rund um #sicherheim.

Der Rest ist Geschichte und sichtbar. Wir sprachen mit Agenturen für Digital und PR (vielen Dank an Reichert+, Schösslers und die Taikonauten) und zusammen mit der Markenfilm, wearevirus und ersteliebe und dem tollen Tom Schlagkamp entstand der Werbespot, die Bilder auf allen Plakaten stammen vom grandiosen Ralph Mecke.

#sicherheim war geboren, die Politik, viele tolle Botschafterinnen und Botschafter, Verbände, die UFA, Verlage, TV Sender, Radiosender, Out-of-home waren dabei und seit Juni sind wir nun zu sehen. Das alles, ohne viel Geld in die Hand zu nehmen – und wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht eine Menge Menschen hier ihr Herzblut, Zeit und Ideen reingeworfen hätten – ich bin zutiefst zu Dank verpflichtet. Das war eine großartige Erfahrung.

Es ist erstaunlich, welches Feedback so etwas auslöst.

Auf der einen Seite herzzerreissende Geschichten von Frauen – und Männern – und Schicksale. Berührend. Man will, nein, man muss helfen.

Auf der anderen Seite die wirklich eigenartige Seite von Männern, die hinter der Kampagne die „Feminismus“-Industrie sehen. Männern, die die Zahlen für Fake halten. Männer, die selber Gewalt erfahren haben – und sich benachteiligt fühlen. Und Menschen, die grundsätzlich ein Problem mit Kampagnen haben…

#sicherheim hat mich an interessante Punkte gebracht. Ich habe viel Zeit, viel Herzblut reingesteckt. Ich habe merken dürfen, dass man mit guten Sachen auch gute Menschen kennenlernt. Gemerkt, dass es viele gibt, die helfen wollen – und die es hier getan haben. Gemerkt, dass es aber auch Neid und eine ganz seltsame Form von Ignoranz gibt. Dass dieses „hätte ich auch gerne gemacht“ zu einer Form von Kommunikation führt, die eigenartig wird.

Würde ich es wieder angehen? Auf jeden Fall. Denn es war ein gutes Gefühl, jetzt Verbänden mitteilen zu können, was sie am Ende erwartet. Zu sehen, wie viele Menschen mit Geld helfen möchten. Wie vielen Menschen damit geholfen werden kann.

Freu mich drauf – egal, wie es mit #sicherheim weitergeht…

Leave a Comment